Wie alles begann
Der Versuch, Spagyrik zu patentieren
Tschernobyl und die Messe
Kinder-Etiketten
Der erste Wettbewerber
Die erste Palette
Samoa
Konfrontation mit dem Tierschutz
Erika's Mutterschutz
Die Farm in Utah
Ein Hauch von Hollywood
Photoshooting Nummer 1
Photoshooting Nummer 2
Biodynamischer Sommermarkt

Wie alles begann

Es war ein Hundebiss, mit dem alles anfing, als fast Dreijährige ein ganz schön traumatisierendes Erlebnis für mich. Mit meiner Mutter war ich auf dem Weg zu einer Bank, sie gab meinem Betteln nach, draußen warten zu dürfen - ein dort angeleinter Hund zog mich magisch an. Meine Mutter ermahnte mich noch, dem Hund nicht zu nahe zu kommen, doch kaum hatte sie mir den Rücken zugedreht, fiel ich ihm um den Hals. Das Tier biss kraftvoll zu - in meine linke Wange. Die Hälfte der Wange hing hinunter, ich schrie aus Leibeskräften, da kam meine Mutter schon angerannt, einige Bankangestellte im Schlepptau. Was danach geschah, erinnere ich nicht mehr genau. Nur noch, dass ich ins Krankenhaus eingeliefert und die Wunde genäht wurde.

Immer, wenn ich später auf meine Narbe angesprochen wurde, habe ich steif und fest behauptet, von einem Doktor gebissen worden zu sein. Ganz schön verrückt, ich weiß! Mein Vater sah meine Chancen schwinden, irgendwann zu heiraten und erwog ernsthaft eine Erhöhung meiner Mitgift. Dazu kam es nicht, aber der Tierhalter musste eine ordentliche Summe auf ein Sparkonto hinterlegen - für eine etwaige Schönheitsoperation.

Als ich 16 war, die Nabe prangte immer noch gut sichtbar auf meiner Wange, zogen meine Eltern diesen Schritt in Erwägung. Für mich kam das überhaupt nicht in Frage, aber zu einer Sache ließ ich mich überreden: mein damaliger Kinderarzt sollte meine Narbe gründlich begutachten. Er verschrieb mir eine Salbe mit einem hohen Anteil an natürlichem Wollwachs, die ich in der Apotheke mischen lassen sollte. Zweimal täglich massierte ich damit meine linke Wange, das Abheilen der Narbe ließ sich Zeit. Wie viele pubertierende Teenager hatte ich Akne, erstaunlicherweise blühten die Pusteln auf der linken Seite deutlich weniger als auf der rechten. Das motivierte mich, der Rezeptur nachzugehen und mit Hilfe des Apothekers eine eigene Salbe zusammenzustellen. Dies wurde meine erste Creme - unter meinen Freundinnen und Freunden fand sie bald reißenden Absatz. Das war um 1977/1978 herum. Damals hieß sie Thymian Hautcreme (was heute in fast unveränderter Form die Salbei Creme ist). So wurde aus diesem schrecklichen Kindheitserlebnis letztlich der Start zu einer für mich sehr erfüllenden Tätigkeit. Und die Narbe? Ja, sie ging tatsächlich mit der Zeit weg (fast, wenn ich lache, sieht man, dass ich auf der linken Seite zwei Grübchen habe und auf der Rechten nur eines). Das Wollwachs wurde zu einem der wertvollsten Inhaltsstoffe in den unverwechselbaren Cremes meiner Naturkosmetik und ist bis heute, auch unter dem Namen Lanolin, ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Narben.

x

Der Versuch, Spagyrik zu patentieren

Ich war immer bestrebt, Essenzen aus einer Heilpflanze zu gewinnen, ohne dass es zu Nebenwirkungen kommt - in unzähligen interessanten Experimenten sammelte ich wertvolle Erfahrungen. Heute weiß ich gar nicht mehr im einzelnen, wie ich auf bestimmte Dinge kam, aber oft stand ich in der Frühe auf, und die Idee war da. Über die Jahre kristallisierte sich ein besonderes Verfahren heraus, Pflanzenextrakte herzustellen: durch Destillieren, Kalzinieren und Lösungen gewann ich die kostbaren Pflanzensalze und war richtig stolz auf meine "Erfindung", denn die Wirksamkeit der Produkte erhöhte sich durch diese Extrakte enorm, während die schädlichen Nebenwirkungen von hochpotenten Heilpflanzen wegfielen. Mir kam der Gedanke, dieses Verfahren patentieren zu lassen. Aufwand und Kosten für ein solches Patentierungsverfahren überstiegen alle Erwartungen, ich schob die Umsetzung also immer weiter vor mir her. Eines Tages besuchte mich Susanne Fischer Rizzi, die bekannte Aroma-Therapeutin. Sie war Mitbegründerin der Firma Primavera, etwa zu einer Zeit, als ich mit meinem Naturkosmetik-Unternehmen anfing. Wir unterhielten uns über Heilpflanzen und Extrakte, und als sie mich nach dem Geheimnis der Gewinnung fragte, verriet ich ihr mein Verfahren der Herstellung von Pflanzensalzen, wir waren schließlich gut befreundet. Sie kriegte große Ohren und klatschte begeistert in die Hände: "Martina, das ist ja Spagyrik was du da machst!" rief sie aus. Verblüfft sah ich sie an. "Wie bitte?" sagte ich, "Mein Verfahren gibt es schon und hat sogar einen Namen?" Dies sei bereits vor mehr als 8000 Jahren im Nahen Osten erfunden worden, klärte sie mich auf. Nun damit hatte sich das eigene Patent erübrigt. Aber zumindest wusste ich jetzt, wonach ich suchen musste, um mein Wissen über die Spagyrik zu erweitern.

x

Tschernobyl und die Messe

Es war Februar 1986: Gerade hatte ich erfolgreich mein Architekturstudium abgeschlossen und musste mich entscheiden: entweder weiterhin Geld verdienen mit meiner Kosmetik, oder, wie meine Eltern es sich wünschten, mich um einen Job in einem Architekturbüro bemühen.

Es war wohl das einzige Mal in meiner Laufbahn, dass ich mich schwertat mit einer Entscheidung: Über Jahre hatte ich meine Kosmetiklinie als Versandgeschäft aufgebaut - ab und zu war ich auf Weihnachts- oder Sommermärkten präsent, begeisterte Kunden brachten mir viel Freude und Anerkennung. Was das Wichtigste war: Ich arbeitete mit meiner eigenen Kreation. In einem Architekturbüro die Ideen Anderer auszuführen erschien mir nicht besonderes verlockend, es würde mir jedoch ein sicheres Einkommen garantieren und meine Eltern beruhigen. Was tun? Um mir den Entschluss zu erleichtern beschloss ich, meine Produkte erst einmal auf einer Messe vorzustellen: sollte ich damit erfolgreich sein, würde ich weitermachen, wenn nicht, als Architektin arbeiten.

Eine Münchener Gesundheitsmesse im April 1986 gab den Ausschlag: Ich hatte wahrlich weiche Knie, mich auf einer so großen Ausstellung anzumelden, beruhigte mich aber damit, dass es wohl nicht viel anders sein würde als auf einem der Weihnachtsmärkte.

Da stand ich also: mit meinem ausklappbaren Tapeziertisch und einem weißen Bettlaken darüber. In die Mitte drapierte ich eine Vase mit frisch erblühten Apfelblütenzweigen. Ein Traum von einem Strauß, der diesen völlig unprofessionellen Stand unter all den auf Hochglanz gewienerten "Plastikbuden" ordentlich aufwertete. Immer, wenn ich heute zurückdenke an diese Messe, sehe ich diesen Strauß und habe das Gefühl, dass er schon im Voraus ein Zeichen war, dass etwas ganz Besonderes an diesem Stand zum Blühen gebracht werden sollte.

Drei Tage zuvor hatte der Fallout in Tschernobyl die Welt erschüttert, und wir in Bayern waren ja besonders stark davon betroffen. Schon während des Standaufbaus hörte man immer wieder Durchsagen: eine Art Sonderausstellung im Eingangsbereich präsentierte jene Produkte, die angeblich gegen radioaktive Strahlung helfen. Es war schon sehr verwunderlich, wie viele Aussteller da mitmischten, im Nu war die Fläche gerappelt voll.

Die Messe eröffnete, und mein Stand mit den magischen Apfelblütenzweigen zog viele Besucher an. Darunter auch eine Journalistin der Zeitschrift Natur. Eigentlich wollte sie nur an den Blüten schnuppern, doch dann blieb sie an meinen aufgereihten Tiegelchen hängen.

Warum meine Ginseng-Produkte nicht auf der Sonderausstellung zu finden seien, fragte sie mich, sie habe dort Ginseng-Tee gesehen, von dem die Aussteller behaupteten, er könne helfen. Mir (und auch der Journalistin) war neu, dass Ginseng gegen Radioaktivität therapeutisch wirken könnte, wir beide staunten nicht schlecht über all das angebliche Wissen - niemand hatte doch Erfahrung, dieser Fallout war für alle ja etwas ganz Neues. Ihr gefiel anscheinend meine Ehrlichkeit, jedenfalls ließ sie sich Zeit und ich erklärte ihr meine Produkte. Dass ich keinerlei Konservierungsmittel verwende und nach dem Verlauf des Mondes herstelle, um die Haltbarkeit natürlich zu beeinflussen, begeisterte sie. Sie versprach, ein Interview mit mir zu führen, um es in einen Artikel über die Schädlichkeit von Konservierungsmitteln in der Kosmetik einfließen zu lassen. Und in der Tat: nach der Messe kam sie mit einem größeren Auftrag im Gepäck: sie sollte ca. 20 weitere, eher konventionelle, aber sehr bekannten Marken auf Konservierungsmittel zu testen. Das Ergebnis fiel überwältigend gut aus für meine Produkte, und so war auch ihr ausführlicher Artikel. Nach Veröffentlichung desselben im Sommer 1986 kam eine Flut von Anfragen auf mich zu, vor allem die damals aus dem Boden schießenden Naturkostläden wollten meine Produkte bestellen. Die Entscheidung war gefallen, ob ich künftig "in" Kosmetik oder Architektur machen werde. Später konnte mir sogar ein eigenes Architekturbüro leisten und brauchte nur die Aufträge anzunehmen die mir wirklich Spaß machten - wenn meine Zeit es zuließ.

x

Kinder-Etiketten

Bis 1989 arbeiteten wir beim Versand mit simplen, schwarz-weißen Zweckform-Adressetiketten. Nicht nur unsere Produktbezeichnung zierte das Etikett, sondern auch die Skizze einer Rose oder Salbeipflanze, je nachdem, um welches Produkt es ging. Irgendwann kam meine Nachbarin mit einem lustigen Vorschlag bei mir vorbei: ob nicht ihre drei Kinder ein bisschen Farbe auf die Etiketten bringen und die Blümchen mit Buntstiften ausmalen könnten? Für ein kleines Extra Taschengeld würden sie das gern tun. Mir gefiel die Idee, zunächst aber bat ich die Nachbarin, sie nicht an die große Glocke zu hängen: Kinderarbeit bringt den Auftraggeber schneller ins Gefängnis als ihm lieb ist .../p>

So standen die drei Stöpsel bald vor der Tür, schleppten wenig später die bunt bemalten Bögen an und nahmen gleich neue mit. Durch rasch ansteigende Bestellungen erhöhte sich auch der Etikettenbedarf, und ich wunderte mich mehr und mehr, wie die Kinder überhaupt mit der Arbeit nachkamen. Eines Tages wollte ich sie für ihren Fleiß belohnen: ich versprach ihnen eine Einladung zum Eis, wenn sie das nächste Mal die Etiketten brächten. Eine Woche später klingelte es an der Türe, eine Schar von 20 Kindern stand draußen und winkte mit den bemalten Kunstwerken!

Ich staunte nicht schlecht. Wo kamen die denn alle her? Das Eis musste eine Mitarbeiterin im nächsten Ort auftreiben, den Bedarf hätten wir nicht decken können. Nachdem der clevere Unterhandel der drei Maltalente ans Tageslicht gekommen war, wurden sie dummerweise ihren Job bald wieder los. Mir war doch etwas mulmig geworden, von wegen der Kinderarbeit und so vielen Mitwissern. Wenig später gab es bei uns ordentliche, in der Druckerei gefertigte Etiketten.

x

Der erste Wettbewerber

Nicht lange nach Tschernobyl, und damit auch nach meinem großen Messeerfolg, sah ich mich nach größeren Produktionsräumen um und fand sie in einem kleinen Ort mit vielleicht 700 Einwohnern im bayerischen Landkreis Landsberg. Nicht ohne Stolz weihte ich dort meine erste Abfüllmaschine ein und heuerte zudem meine ersten Angestellten an.

Bald meldete sich das Gewerbeamt, um nach dem Rechten zu sehen. Der Beamte mit seinem prüfenden Blick schien zufrieden und zudem in Plauderlaune zu sein: er berichtete mir von einer einzigen Konkurrenz im Landkreis: und die befände sich, kaum zu glauben, aber wahr, im selben kleinen Ort wie ich. Es sei ein Unternehmer mit einer Naturkosmetikfirma, der gerade groß investiert habe. Niemand im Ort wusste anscheinend davon. Natürlich war ich neugierig, entlockte dem Beamten Adresse und Telefonnummer meines Konkurrenten. Der saß mit seiner Firma ganz unscheinbar in einer ehemaligen Bierlagerhalle am anderen Ende des Ortes. Ich rief ihn an und bekam sofort eine Einladung. Und wer empfängt mich da in dem Büro neben der Bierhalle? Ein Inder mit Turban, der radebrechend Deutsch spricht und mich mit französischem Champagner empfängt.

Ich war schwer beeindruckt von seiner Ausstattung: da standen hochprofessionelle, nagelneue Abfüllanlagen, in Reih und Glied warteten die Glasfläschchen auf ihre Befüllung, alles blitzeblank. Ich wunderte mich, dass dort niemand arbeitete, und erfuhr, dass hier nur etwa einmal im Monat produziert wird. "Du Gebhardt" sagte er immer wieder, wenn er einen Satz anfing. Aus dem Himalaya hatte er eine Haarmittel-Rezeptur mitgebracht, die dafür notwendigen pflanzlichen Rohstoffe in seinem Lager waren einwandfrei. Um die Qualität zu demonstrieren, nahm er seinen Turban ab. Die Haare darunter reichten ihm bis zum Knie.

Fachsimpelnd verbrachten wir einen netten Nachmittag, zum Abschied wünschte ich meinem Gastgeber viel Glück. Eine Woche später klingelte das Telefon: Mein Inder rief aufgeregt an und bat mich um Hilfe. Was war geschehen? Er hatte einen Auftrag, wusste aber dummerweise nicht, wie seine Abfüll-Maschinen funktionierten. Ob er bei mir abfüllen dürfe, wollte er wissen. Ich lud ihn ein, auch bei mir gibt es ja Tage, an denen nichts los ist im Labor, je nachdem, wie der Mond läuft.

Er kreuzte höchstpersönlich auf, mit Turban und Kaftan und füllte seine Haarwässer bei mir ab. Ich war ihm behilflich, er wiederum half mir gelegentlich mit Rohstoffen aus, dann zum Beispiel, wenn das Olivenöl nicht rechtzeitig bei mir eingetroffen war. Wir hatten einfach viel Spaß miteinander: Ein Inder als einziger Konkurrent in einem winzigen urbayrischen Bilderbuchort, wer hätte das gedacht!

x

Die erste Palette

1990 erteilte uns eine Firma den ersten Auftrag zur Entwicklung und Herstellung einer eigenen Kosmetikserie. Eine tolle Herausforderung! Der Abholtermin der Spedition sass uns schon im Nacken, wir mussten also alles dran setzen, pünktlich fertig zu sein. Das war das erste Mal, dass wir mit einer Lieferung eine ganze Palette vollbekamen, aber die Technik, wie das korrekte Stapeln und Verschweißen der Palette funktionieren sollte, diese Technik kannten wir nicht!

Nur noch eine Stunde hatten wir bis zur Abholung und genauso lang, um mit den Verpackungs- Problemen zurechtzukommen! Wie hoch und wie schwer eine Ladung auf der Palette sein durfte wussten wir ebenfalls nicht, folgerichtig nahm das Unglück seinen Lauf. Dummerweise war der Vorraum zur Produktion und zum Packlager noch nicht betoniert, bestand aus gestampftem Lehm.

Der Hubwagen, der die Palette bewegen sollte, drückte sich unter dem Gewicht mit den Rädern tief in den Lehmboden. Draußen auf der Straße warteten die Jungs von der Spedition schon ungeduldig. Wir schwitzen und fluchten, bis endlich der Bauer von gegenüber uns anbot, mit dem Frontlader das schwere Teil aus dem Vorraum zu heben. Leider lag die Zufahrt an einer stark befahrenen Straße und dazu in einer unübersichtlichen Kurve. Als der Traktor sich drehte, um die Palette auf die Ladefläche des LKWs zu heben, stürzte der Turm der äußerst mangelhaft verschweißten Palette direkt auf die Straße. Die Glasflaschen, viereckig und damit sehr bruchempfindlich, zersplitterten fast alle und zusammen mit den zerbrochenen Cremetöpfchen bildete sich auf der von der heißen Sonne durchtränkten Straße eine gigantische Schmiererei. Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit es kostete, den Verkehr umzuleiten und den Straßenschmier zu entfernen, aber das war uns eine Lehre: Alles erstes machte ich einen Kurs im Palettenpacken!

x

SAMOA

Im Zusammenhang mit meinem Neuseeland-Bio-Wollwachs-Projekt betrieb ich eine kleine Anbaufläche auf der Südseeinsel Samoa. Sie lag strategisch günstig - als Zwischenstopp auf meinem Flug nach Neuseeland. Die Einheimischen stellten aus Kokosöl eine natürliche Mazeration (Wärmeauszug in der Sonne) von Blüten Kräutern und Wurzeln her, heraus kam ein wunderbar duftendes Öl. Häufig war ich dabei, wenn sie singend und mit großer Hingabe ihrer Arbeit nachgingen. Nach dem Pressen gaben sie die Pflanzenteile in Glasflaschen und buddelten sie zum Reifen in den warmen Sand am Strand - damit der Extrakt langsam in das Kokosöl einziehen konnte.

Damals beschloss ich, mit diesem Extrakt eine eigene Creme zu kreieren, Samoa Creme sollte sie heißen. Bei einer Kontaktperson auf der Insel gab ich Bestellungen auf, bezahlte im Voraus. Die Person schickte mir das Öl zuverlässig nach Deutschland. Etwa zwei Jahre lief das so, dann flog ich wieder einmal hin. Die Inselfrauen, die dieses Öl für mich herstellten durften, waren stolz und glücklich darüber, und als ich jetzt zum zweiten Mal kam, empfingen sie mich mit einem großen Fest, bei dem sie ein "Umu" zubereiteten, (in der Erde wird über Nacht mit heißen Lavasteinen ein Schwein gegart). Irgendwann jedoch kamen keine Lieferungen mehr in Deutschland an. Ein halbes Jahr versuchte ich meine Kontaktperson auf Samoa zu erreichen, ohne Erfolg! Eines Abends, gegen halb elf, ich war schon im Bett, klingelte es an der Türe Sturm (damals hatte ich meine Privatwohnung direkt über der Firma). Ich machte auf und stand einem großen, dunkelhäutigen Mann gegenüber, ein ganz schön irritierender Anblick mitten in der Nacht. Ich war nahe dran, die Türe wieder zu schließen, als ich sah, dass hinter ihm ein Taxi wartete. Der Mann radebrechte in einem Mischmasch-Englisch, dass er eine Lieferung aus Samoa habe und ob ich die deutsche Kosmetikfrau sei.

Neugierig folgte ich ihm zum Taxi, im Kofferraum warteten etwa 20 Ein-Liter Coca-Cola Flaschen auf ihre Befreiung, gefüllt mit dem wertvollen Blütenkokosöl. Der Mann machte mir klar, dass sein Bruder, der mein Lieferant gewesen war, gestorben sei. Er selbst habe nicht gewusst, wie so eine Lieferung vonstatten geht, da habe er im ganzen Dorf Geld für einen Flug gesammelt, um die ja schon im Voraus bezahlte Lieferung selbst abgeben zu können. Mir standen die Tränen in den Augen, ich wollte mich wenigstens an den "Lieferkosten" beteiligen.

Er weigerte sich, Geld anzunehmen, nicht einmal das Taxi, das ihm vom Flughafen in immerhin eineinhalb Stunden hierher gebracht hatte, ließ er sich erstatten. Am nächsten Morgen flog er schon wieder zurück, seitdem traute ich mich nicht mehr, auf Samoa zu bestellen. Schließlich steht zu befürchten, dass das Dorf meinetwegen pleite geht. Bei meinem nächsten Besuch nahm ich immerhin großzügige Geschenke mit - leider musste ich die Samoa Creme vom Markt nehmen.

x

Konfrontation mit dem Tierschutz

Als Herstellerin von Naturkosmetika war ich selbstverständlich von Anfang an gegen Tierversuche und die Verwendung von tierischen Rohstoffen und zudem eines der ersten Mitglieder im Tierschutzbund. Werbewirksam hatte ich Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre in allen meinen Broschüren auf diesen Tatbestand hingewiesen. Damals gab es den IHTK (Internationaler Herstellerverband für Naturkosmetik ohne tierische Zusatzstoffe) noch nicht, der deutsche Tierschutzbund übernahm die vertraglichen Regelungen. Zu der Zeit hatte ich nicht nur Kosmetika im Programm, sondern auch Accessoires wie Haarbürsten und Kosmetikspiegel aus Obsthölzern oder Natur-Badeschwämme. Eines Tages rief eine Kundin erbost an und warf uns Vertragsbruch mit den Richtlinien des Tierschutzbundes vor. Vehement verteidigte ich mich. Wie sie es wagen könne, so etwas zu behaupten, fragte ich sie, ich hätte dieses Thema 150-prozentig unter Kontrolle.

"Sie verkaufen natürliche Badeschwämme aus dem Meer," rief sie aufgebracht ins Telefon. "Na, das ist doch gut" sagte ich, und verstand ihr Problem nicht. "Das sind Tiere," schrie sie. "Niemals" entgegnete ich, "da hat Ihnen jemand einen Bären aufgebunden, Tiere bewegen sich frei und Schwämme sind am Meeresboden angewachsen, wie andere Pflanzen auch." Wir erklärten uns gegenseitig für verrückt, und am Ende hängte ich ein. Allerdings juckte es mich, ihren Behauptungen nachzugehen und kleinlaut musste ich später zugeben, dass Schwämme tatsächlich Tiere sind. Ich schrieb ihr einen versöhnlichen Brief... die Kundin kauft noch heute bei uns, aber unser Trockensortiment hatte mit diesem Disput ein Ende gefunden./p> x

Erika's Mutterschutz

Anfang der Neunziger, wir waren gerade in unsere neuen Räume nach Rott-Pessenhausen umgezogen, bot ich Erika, die schon jahrelang bei mir in der Herstellung angestellt war, die Position "Produktionsleitung" an. Sie war die ideale Mitarbeiterin. Nie krank, immer zuverlässig, supergenau, beliebt im Laborteam. Den schlimmsten Stress hielt sie aus, ohne dass er ihr anzusehen war. Endlich konnte ich auch mal wegfahren mit dem Wissen: Alles wird bestens laufen!

Nach vier Jahren Zusatzbelastung als Architektin und Bauhelferin am Umbau meines über 800 Jahre alten Bauernhofes war jetzt der Zeitpunkt gekommen, mal auszuatmen. Ein ideales Timing auch, um schwanger zu werden. Nachdem das Ergebnis feststand, nahm ich eine 4-monatige "Auszeit", besuchte noch einmal alle meine Rohstoffprojekte weltweit.

Dem Baby oder auch dem Kleinkind wollte ich so anstrengende Reisen nicht zumuten. Kurz vor meiner Abreise, ich war Ende des dritten Monates, gestand ich meinen Mitarbeitern die Schwangerschaft. Alle freuten sich, meinten, dies sei der bestmögliche Zeitpunkt für mich, oder besser: höchste Zeit, da ich bereits 36 war. Nur Erika schaute bei dieser Botschaft etwas blass und betreten aus - schnell erfuhr ich, dass auch sie schwanger sei, im zweiten Monat.

Nun, sie solle sich keine Sorgen machen, das schaukeln wir doch mit links! Dachte ich und sagte es vielleicht auch. Einen Tag, nachdem Erika in den gesetzlichen Mutterschutz gegangen war, wurde mein Sohn per Kaiserschnitt geboren. Eine Woche war ich im Krankenhaus. Die Produktion stand still, auch noch eine weitere Woche, ans Laufen konnte ich noch gar nicht denken. Als die dritte Woche anbrach und wir kaum mehr Ware auf Lager hatten, schleppte ich mich mit allen möglichen, um den Bauch gewickelten Stützen ins Labor. Mein Sohn schlummerte im Kinderwagen vor der Labortüre. Früher hatte ich mich über diese Arbeitgeber-unfreundlichen Maßnahmen des Mutterschutzes mokiert, und jetzt durfte ich am eigenen Leibe erfahren, wie sich das für eine Mutter anfühlt. Als Chefin steht man eben auch mal frischoperiert im Labor, obgleich es ganz schön heftig war! Wie gut mir und meinem Sohn doch ein Mutterschutz getan hätte. Zum Glück hatte Erika eine Spontan-Geburt, und als motivierte Mitarbeiterin stand sie bald wieder im Labor. Diese Geschichte erzähle ich immer gerne, wenn ein Mitarbeiter jammert.

x

Die Farm in Utah

Der Vater meines Sohnes besaß ein Haus in den USA - sozusagen im Wilden Westen, hoch in den Bergen gelegen. Einmal im Jahr verbrachten wir dort unseren Urlaub. Der Ort erschien mir ideal für den Anbau von Heilpflanzen zu sein, jene aus biologischen Anbau waren damals noch schwer zu beziehen. Kurzerhand beschloss ich, eine benachbarte Farm zu kaufen - eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Später habe ich mich oft gefragt, was ich mir dabei gedacht habe, mich im Land der Mormonen und Cowboys einzukaufen.

Die 50 Hektar waren und sind überwiegend Weideland, in der Region wird das "Cattle" praktiziert, (Kälber werden mit Brandeisen markiert, Kühe vom Pferd aus mit dem Lasso eingefangen). Meine Idee vom Kräuteranbau, obendrein noch "Bio", brachte Mormonen wie Cowboys zum Lachen.

Aber es sind nette, hilfsbreite Menschen dort in den Weiten des Westens und ich befolgte ihren Rat, die Weiden zum Grasen für die Tiere zu belassen, anstatt sie umzupflügen für den Kräuteranbau. Das Land war ja ursprünglich Wüstensand, es wäre sowieso nichts darauf gewachsen. So wurde ich auf meiner Farm unfreiwillig zur Kuhhirtin, bloß die Ränder der Weide nutzte ich zum Kräuteranbau. Da ich biozertifiziert war, waren es demnach auch die Kühe, zum herzhaften Gelächter meiner Nachbarn.

Natürlich hatte ich noch nie eine Kuhherde besessen, aber mir fällt es grundsätzlich schwer, das zu tun, was alle anderen tun. Am liebsten machte ich "Alles Anders Als die Anderen" (die vier A's, mit denen man, so verraten es Marketingstrategen, alles richtig macht.) Ich ließ meine Kühe nicht impfen, ihnen stattdessen die Hörner wachsen und sie zusammen mit den Bullen auf die Weide. Einen Angus-Bullen ließ ich sogar auf meine Hereford-Kühe los. Voll daneben, meinten amüsiert meine benachbarten Cowboys. Aber ich war stolz auf meinen Bullen und spürte, der Bulle war stolz auf seinen 20köpfigen Harem. Eine nette kleine Herde zuckelte da über die Weiden - etwa 40 Kühe und Jungrinder. Einmal im Jahr wurden sie zusammengetrieben und die Jungtiere zur Auktion gebracht, zusammengepfercht in einen großen Korall. Dort hockten die coolen Cowboys mit der Bierdose auf den hölzernen Abgrenzungen und sinnierten über ihre schönsten Rinder und darüber, wer wohl diesmal den besten Preis abräumen würde. Nicht zu glauben, aber wahr: Ich bekam ihn, getreu dem Spruch: "Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln", eine in den USA wohl unbekannte Weisheit. "Meine Herren", kann ich da bloß sagen, da war was los. Doch Cowboys können auch Gentlemen sein, und bald konnten wir uns über eine fruchtbare Zusammenarbeit und Nachbarschaft freuen. Das war 1998. Ich verdiente kaum Geld mit meinen Kühen, einen Markt für Bio-Fleisch gab es damals noch nicht. Allerdings bemühte ich mich auch nicht sonderlich, denn die Herde war ja vor allem dazu da, die Weide nicht verstrauchen zu lassen. Den Dung für den nun zunehmend mehr werdenden Kräuteranbau konnte ich bestens verwenden.

Als 2001 auch in den USA der sogenannte Rinderwahnsinn von sich reden machte, drehte sich das Blatt. Binnen weniger Monate wollten die Menschen nur noch Bio-Fleisch, und ich konnte meine Kühe zum vierfachen Preis verkaufen. Die benachbarten Rancher wollten nun von mir lernen, wie man "auf Bio macht" - seitdem wissen sie auch in Utah, wie es geht. Mit dem Kräuteranbau hatte ich weniger Glück. Ausnahme waren und sind die dort beheimateten und von den Indianern hoch geschätzten Heilpflanzen. So disponierte ich um und erntete nur noch solche Kräuter. Daraus ging die Herrenserie Wild Utah hervor, die bis heute mein persönliches Lieblingsprodukt ist - auch wenn ich es eigentlich für die Männerhaut entwickelt habe.

x

Ein Hauch von Hollywood

Ich glaube, es war im Frühjahr 2003. Mit zwei deutschen Freundinnen saß ich auf meiner Farm in Utah, als das Telefon klingelte. Eine Mitarbeiterin meiner Firma rief aufgeregt in den Hörer. Zuerst verstand ich sie nicht, auf das Schlimmste gefasst, bat ich sie, noch einmal von vorne zu beginnen und langsam zu sprechen. Sie sagte fast buchstabierend: "Nicole Kidman benutzt unsere Kosmetik". Fast ein wenig verärgert fragt ich: "Wer ist Nicole Kidman?" Beinahe musste ich mir das freie Ohr zuhalten, ein betäubendes Gekreische meiner Freundinnen aus der Sofaecke mischte sich mit dem meiner Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung : "Waaaaaas, du weißt nicht, wer Nicole Kidman ist?" schallte es.

Ich hockte da ziemlich ratlos und musste mich belehren lassen. Was Schauspielernamen angeht, war ich zugegebenermaßen nie besonders gut. Außer vielleicht Julia Roberts - einer meiner Lieblingsfilme ist Pretty Woman - und Richard Gere kannte ich kaum jemanden. Ich ließ es mir erklären und bei nächster Gelegenheit fuhr ich in die Stadt, um mir anhand eines Videos ein Bild von Nicole Kidman machen zu können. Meine Mitarbeiterin berichtete, dass sie durch einen Artikel in einem Frauenmagazin darauf aufmerksam geworden sei, in dem auch unser von Frau Kidman benutztes Kameliensamen-Öl erwähnt wurde. Leider durften wir diese kleine Sensation werblich nie ausschlachten, ein Werbevertrag mit dem Star wäre unerschwinglich gewesen. Das Magazin mit der entsprechenden Seite durften wir unseren Kunden natürlich zeigen - wir kauften die gesamten Lagerbestände dieser Ausgabe auf.

x

Photoshooting Nummer 1

In Utah ging mein Sohn inzwischen in die Volksschule, dadurch war ich gezwungen, mich langfristiger drüben aufzuhalten. Es war gut für seine Entwicklung, zweisprachig aufzuwachsen, und was viel wichtiger war für mein Empfinden - er lebte in einer natürlichen Umgebung auf einer Farm. Der Tierbestand hatte sich zwischenzeitlich auf Pferde, Ziegen Hühner, Lamas, Esel und ein Schwein erweitert. Und was für ein Schwein! Eines, das sich für ein Pferd hielt und deswegen mit den Pferden auf der Weide umhertrabte. Mein Sohn Michael und das Schwein wurden enge Freunde, wir nannten es Scratchy und es begleitete ihn jeden Morgen zur Schulbushaltestelle. Dann trabte es zurück nach Hause, lief wieder mit den Pferden umher, um pünktlich, wenn Michael von der Schule zurückkam, ihn von der Haltestelle abzuholen. Michael trainierte das Schwein und gewöhnte es an einen kleinen Ponysattel, sodass er darauf reiten konnte. An seinem Geburtstag hatten wir die Kinder aus dem Ort eingeladen, Michael führte reitend sein Schwein vor und war sprichwörtlich der Renner. Klar, dass alle Kinder es ihm gleich tun wollten, sie stritten sogar, wer zuerst in den Sattel durfte. Die in ihren weißen Mormomenkleidern hübsch glänzenden Mädchen wollten den Jungs im Schweinereiten nicht nachstehen. Längst hatten die Mütter ihre Fotoapparate und Videokameras gezückt, Scratchy jedoch hatte bald genug von dem Spektakel und als gleich zwei Mädchen sich auf seinen Rücken schwangen, rannte Scratchy los mitten hinein in die Suhle, eine lehmig Pfütze, die wir als Sonnenschutz für die empfindliche, rosige Schweinehaut angelegt hatten. Mit den in weiß gewandeten Mädchen auf dem Rücken landete Scratchy im Schlamm. Das war die erste "Black Mud" - Gesichtspackung die die Mädchen in ihrem Leben verabreicht bekamen.

x

Photoshooting Nummer 2

Die Redakteurin einer bekannten Frauenzeitschrift hatte einen langen Artikel über meine Arbeit und mich geschrieben, den sie mir zur Freigabe per E-Mail in die USA schickte. Mit dem Foto war ich gar nicht zufrieden und so bot ich an, dass mein Freund, ein professioneller Fotograf, mich auf der Weide der Farm fotografieren sollte, wo die Tiere friedlich grasten. Die Sache war brandeilig, das Bild sollte bereits am nächsten Morgen bei der Redaktion vorliegen. Wir gaben unser Bestes, ich hampelte in allen möglichen Posen herum, als plötzlich die Esel sich zu uns gesellten. Sie sind immer sehr neugierig und offensichtlich witterten sie Zuckerstückchen in meiner Hand. Die hatte ich nicht, dennoch alberte ich mit ihnen herum. Mein Freund schoss fleißig weiter, auch fürs Familienalbum. Später sichtete ich das Material - es waren an die 1000 Bilder.

Für eine engere Auswahl schrieb ich mir die Kennnummern des Materials auf, lud diese Bilder zur Ansicht noch einmal auf dem Computer und traf meine Entscheidung. Es sah perfekt aus: Ich dynamisch, jung, wie Frau sich eben gern abgebildet sieht in einem Magazin. Ich notierte die Kennnummer, klickte sie auf meiner E-Mail als Anhang an, und weg war das Bild.

Einen Monat später, ich war gerade zurück in Deutschland, flatterte die Ausgabe mit dem Artikel auf meinen Schreibtisch. Voller Vorfreude schlug ich das Heft auf und dachte, ich sehe nicht richtig! Ich, fast ganzseitig abgebildet mit meinem Esel - und wir beide lecken uns zärtlich ab! Ich hatte das Bild verwechselt, und niemand hatte was gesagt! Ich beschwerte mich sofort bei der Redakteurin. Die meinte munter, das sei eines der besten Bilder, die sie je hatten, und sie gratulierte mir zu meinem Mut. Dass dieses Foto auf ein Versehen meinerseits zurückging, konnte sie sich gar nicht vorstellen! Seitdem gehe ich sorgfältiger mit Anhängen einer E-Mail um, checke noch mal genau, was ich da verschicke.

x

Biodynamischer Sommermarkt

Ich glaube es war 1983, als ich mit meiner Expertise als angehende Architektin in einem Waldorf-Kindergarten half, das Dach auszubauen - ein zeitaufwendiges Projekt und ich hatte bloß die Semesterferien, um fertig zu werden. Waldorfschulen und -Kindergärten finanzieren sich durch Spenden und die tatkräftige Mithilfe der Eltern.

Ich hatte noch kein Kind und außer ein bisschen Freizeit nichts zu spenden. Aber ich war über beide Ohren in eines der Mitglieder der Einrichtung verliebt, strengte mich also gehörig an, etwas Ordentliches zu bauen. Nach denn Semesterferien blieben mir nur die Wochenenden für die Umbauten. Weil es an Spenden mangelte, ließ ich mich in meinem Eifer sogar überreden, auch die Fenster selber zu bauen. Ein ebenfalls anthroposophisch orientierter Schreiner half mit. Diese Fenster wurden ausgerechnet an einem Wochenende zum Einbauen geliefert, an dem ich auf einem biodynamischen Erntedankfest-Markt meine Kosmetik ausstellte. In meinem schönsten Sommerkleid musste ich immer wieder meinen Stand verlassen und beim Einbau der Fenster helfen.

Als ich zwischendurch zurückgehuscht kam, hatte eine Mutter ihren Finger voll in die Zimt-Karotten-Creme getaucht, eines meiner Produkte, das in großen irdenen Gefäßen aufbewahrt wurde. Sie ließ ihr Kind daran schlecken, hielt meine Kosmetik für Babykost. Nach dem ersten Schrecken konnte ich sie beruhigen, waren doch alle Inhaltsstoffe meiner Kosmetik essbar (und sind es heute noch).

x